
Nachdem das Bild nun farblich und vom Kontrast so weit bearbeitet
wurde, daß man damit zufrieden ist und keinerlei Änderungen mehr
durchführen möchte, widmet man sich dem Bildrauschen. Das ist sozusa
gen die Königsdisziplin. Keine Sorge, alles erscheint furchtbar
kompliziert, doch hat es einnige Male durchexerziert, geht es bald wie
von selber und dauert pro Bild nur 2-8 Minuten, je nachdem wie
kompliziert es ist, das Hauptmotiv zu maskieren,
Zuerst wird das Bild auf die Hintergrundebene reduziert, das geschieht
mit der Tastenkombination STRG+SHIFT+E. Jetzt wird die Hintergrundebene
mit STRG+J dupliziert, auf dieser Ebene wird das Rauschen entfernt.
Wir bleiben dafür bei der Katze, die ein sehr starkes Bildrauschen
aufweist. Der Trick bei der Rauschminderung besteht darin, daß man
nicht eine Einstellung für das ganze Bild anwendet, sondern den
Hintergrund und das Hauptmotiv getrennt entrauscht.
Im Filtermenu wählt man Picturecode Noise Ninja aus und ein neues Fenster öffnet sich.
Noise Ninja arbeitet mit Profilen. Man kann sich ein Profil für seinen
Scanner (oder die Digitalkamera) selbst erstellen (das sprengt den
Rahmen dieses Tutorials), falls man das nicht möchte oder sonst kein
Geräteprofil hat (auf der Homepage kann man sich Profile auch
herunterladen), kann man das Bild auch direkt analysieren lassen. Man
klickt auf „Profile Image“ und Noise Ninja wird nach einer kurzen Weile
vollautomatisch das Rauschniveau des Bildes analysiert haben.

Jetzt klickt man auf die nächste Registerkarte „Filter“ und findet drei
Schieberegler. Der erste bestimmt wie stark die Rauschminderung
ausfällt, der zweite entscheidet wie glatt das Bild wirken soll und der
dritte erhöht oder verringert den Kontrast.
USM steht für Unschärfemaske, der Betrag (Amount) sollte auf 0 gestellt
werden, da wir hinterher per Photoshop nachschärfen werden und mit
Noise Ninja allein das Rauschen entfernen wollen.
Welche Werte sollte man für die Regler nehmen? Bei stark verrauschtem
Hintergrund kann man 12/14/5 (für Strength/Smoothness/Contrast) nehmen,
oder, wie hier, bei diesem enorm verrauschten Bild, auch mal 13/15/5.
Bei einem nicht so stark verrauschtem Hintergrund – wie beim Hundebild
z.B. – reicht auch 10/12/7. Die Zahlen hier sind nur Richtwerte und
varieren u.U. für andere Motive, sollten aber einen guten
Einstiegspunkt bilden.
Im Vorschaubild von Noise Ninja kann man sehen, welchen Effekt die
Rauschreduzierung hat. Bei gedrückter Maustaste auf das Vorschaubild
kann man sich das Bild ohne Rauschreduzierung betrachten, so kann man
gut den Effekt kontrollieren. Wichtig: das Hauptmotiv wird erstmal
ignoriert, also allein auf den Hintergrund konzentrieren. Wenn der
ausreichend rauscharm und homogen aussieht drückt man auf „OK“ und
Noise Ninja entrauscht das Bild.
Der Hintergrund sollte nun deutlich besser und glatter als vorher
aussehen, aber das Hauptmotiv wirkt dafür total verwaschen und
glattgebügelt. Deshalb wird jetzt eine Ebenenmaske erstellt und das
Hauptmotiv maskiert. Bei aktivierter rauschreduzierter Ebene drückt man
in der Ebenenpalette auf das Icon für die Ebenenmaske (ein Rechteck mit
einem Kreis in der Mitte) und neben dem Miniaturbild für die Ebene
taucht ein Miniaturbild für die Maske auf. Gleichzeitig hat Photoshop
automatisch auf schwarz/weiß bei den ausgewählten Farben umgeschaltet.
Bei aktivierter Ebenenmaske kann man keine anderen Farben auswählen.
Der Maskierungsmodus ist denkbar einfach: schwarze Flächen maskieren
das Bild, weiße lassen den Effekt durch.

Es wird jetzt das Pinselwerkzeug ausgewählt. Man sollte einen sehr
weichen und nicht zu kleinen Pinsel auswählen, man sollte mit dem
Pinselwerkzeug noch locker in die Ohren/Pfoten/Schnauzen kommen ohne
überzumalen. Das Ziel besteht darin, mit ausgewählter schwarzer Farbe
(man kann die aktive Farbe mit „X“ umschalten) direkt das Hauptmotiv
auszumalen, dabei aber NICHT genau bis an den Rand zu kommen, sondern
kurz vorher zu stoppen. Damit soll ein sanfter Übergang zwischen
Hintergrund und Hauptmotiv gewährleistet werden, man soll später nichts
von der Maske im Bild bemerken. Der weiche Pinsel gewährleistet diesen
sanften Übergang.
Am besten ist es, wenn man mit dem Pinsel die Konturen des Hauptmotivs
(bzw. all der Bereiche die scharf sein sollen und im Fokus liegen) an
der Innenseite nachfährt und dabei nicht über den Rand malt. Nachdem
man das getan hat klickt man bei gedrückter ALT-Taste mit der linken
Maustaste einmal auf das Miniaturbild für die Ebenenmaske. Damit wird
nun statt des Bildes die Maske im Fenster angezeigt, was dann wie hier
aussehen sollte. Jetzt kann man mit einem großen, weichen Pinsel die
Form schwarz ausmalen. Wenn man fertig ist, klickt man mit der Maus
einmal wieder auf das Miniaturbild der Ebene, um das Bild wieder zu
sehen.

Jetzt zoomt man auf 100% und untersucht die Konturen des Hauptmotivs,
hat man u.U. doch übermalt, kann man das jetzt korrigieren. Dazu einmal
mit der Maus auf das Miniaturbild der Ebenenmaske klicken, damit diese
aktiv ist (man erkennt das auch an dem weißen Rahmen um das
Miniaturbild) und dann einen kleinen Pinsel auswählen und als Farbe
diesmal weiß wählen. Sieht man an den Rändern des Motivs Rauschen, dort
mit dem Pinsel einfach übermalen und man kann sofort erkennen, wie es
wieder verschwindet.
Bei dem Hund sieht das dann so aus.
Jetzt muß das Hauptmotiv entrauscht werden. Bei aktivierter
Hintergrundebene mit STRG+J eine Kopie der Ebene anfertigen. Die so
kopierte Ebene sollten sich nun zwischen dem Hintergrund und der
rauschreduzierten Ebene befinden. Es wird eine Ebenenmaske für die neue
Ebene erzeugt.