
Nachdem man auch das Hauptmotiv mit Stempel und Bereichsreparaturpinsel
von allen Kratzern und Staubkörnern befreit hat sieht das Bild schon
deutlich sauberer aus, aber es rauscht noch, hinzu kommen schwache
JPEG-Artefakte. Bei diesem speziellen Beispiel kommen noch winzige
kleine schwarze Staubpunkte hinzu, die so gut wie gar nicht manuell zu
retuschieren sind. Um sie kümmern wir uns nachher. Zuerst jedoch
sollten die Farben des Bildes noch verbessert werden. Diese Retusche
ist meist subjektiv und ist von Bild zu Bild stark unterschiedlich. Das
Hundebild weist z.B. keinen größeren Farbstich aus und hat bereits
einen recht guten Kontrast.
Deshalb hier ein weiteres Beispiel. Die Wildkatze in der Graslandschaft
ist sehr dunkel gehalten und weist dazu noch einen Blaustich auf.
Photoshop bietet zur Nachbelichtung das Werkzeug Tiefen/Lichter an, das
man unter Bild – Anpassungen – Tiefen/Lichter erreicht.
Unter Umständen zeigt das Dialogfenster nicht alle Optionen an, es
sollte deshalb „weitere Optionen einblenden“ angeklickt werden. Bei
Tiefen und Lichtern ist bei Tonbreite jeweils 50 und bei Radius jeweils
100 ein guter Ausgangswert. Bei den Tiefen sollte man nun den Regler
für die Stärke von 0 ausgehend allmählich nach rechts ziehen bis das
gewünschte Resultat erzielt wird und das Bild nicht mehr so
unterbelichtet erscheint. Die Lichter muß man in diesem Beispiel nicht
bearbeiten. Auch die Optionen bei den Anpassungen bleiben unverändert.
Doch Vorsicht mit den Tiefen/Lichter-Tool! Es ist nicht immer die beste
Lösung und schon gar nicht immer notwendig. Wenn die Farben des Bildes
bereits stimmig sind, können Sie die Arbeitsschritte 3 und 4 auslassen.

Die Nachbelichtung mit Tiefen/Lichter hat schon einiges gebracht, aber
es bleibt noch der Blaustich und auch der Kontrast sollte noch
verbessert werden.
Als nächstes erstellt man eine Einstellungsebene, das Icon dafür findet
man in der Ebenenpalette, es ist ein schwarz-weißer Kreis. Einfach
einmal draufklicken. Der Sinn hinter einer Einstellungsebene ist der,
daß man die Originalpixel des Bildes nicht verändert. Man kann also
nach Belieben herumspielen und experimentieren und muß nicht Angst um
sein Bild haben, da man die Einstellungsebene einfach wieder löschen
kann und danach alle vorgenommen Änderungen ebenfalls gelöscht werden
ohne daß das Originalbild jemals angetastet wurde.
Aus dem Palettenmenu, das jetzt erscheint, wählt man Gradationskurven
aus. Das Fenster mag etwas verwirrend erscheinen, aber man muß jetzt
lediglich einmal in den Quadranten oben rechts klicken und die Kurve
leicht nach oben ziehen und danach das gleiche mit dem Quadranten unten
links tun und dabei die Kurve leicht nach unten ziehen, so daß man eine
S-Kurve erhält wie hier auf dem Bild zu sehen. Nach einem Klick auf
„ok“ sollte das Bild einen schöneren Kontrast und etwas sattere Farben
haben.
Falls man den Effekt zu stark findet, kann man einfach die Transparenz
der Einstellungsebene verändern und solange reduzieren, bis die
gewünschte Wirkung erreicht ist. Umgekehrt kann man mit einem
Doppelklick auf die Einstellungsebene die Kurve auch nachträglich noch
verändern und den Kontrast dort verstärken oder abmildern.

Das Bild weist nun immer noch einen deutlichen Blaustich auf, um ihn zu
entfernen erzeugt man eine weitere Einstellungsebene, diesmal wählt man
die Farbbalance aus. Bei den drei Schiebereglern dort wählt man in
diesem Beispiel den Regler für gelb/blau und schiebt den Regler nach
links, Richtung gelb und zieht so lange, bis das gewünschte Resultat
erreicht ist.
Möchte man jetzt noch die Sättigung der Farben erhöhen erzeugt man eine
weitere Einstellungsebene, diesmal Farbton/Sättigung und zieht den
Regler für die Sättigung so lange nach rechts, bis man das gewünschte
Resultat hat. Links ist das Bild vor der Anwendung von Tiefen/Lichter, der
Gradationskurve, der Farbbalance und der Erhöhung der Sättigung und rechts das das Bild nach der Anwendungen von Tiefen/Lichter, der
Gradationskurve, der Farbbalance und der Erhöhung der Sättigung zu sehen. Nun
scheint die Katze bei Sonnenschein im Gras zu liegen und nicht mehr in
der Dämmerung unter Gewitterwolken.