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DIA Tutorial von Zoonar
Die junge und innovative Bildagentur Zoonar , über die FCS Digital Fotografie 2.0 einen detaillierten Bericht anbietet, überrascht einmal mehr und bietet ihren Fotografen ein umfassendes Tutorial über die Dia Bildnachbearbeitung an. Verfasst wurde dieser umfangreiche und hilfreiche Artikel von Thomas Otto. Der Artikel darf dankendwerter Weise frei weiter veröffentlicht und kopiert werden. Ein toller Service! Vielen Dank an Zoonar.
FCS Digital Fotografie 2.0 möchte davon gerne Gebrauch machen und damit die interessierten Fotografen ansprechen, welche unter Umständen viele, brauchbare DIA's ungenutzt zu Hause liegen haben. Mit diesem Tutorial können Sie Ihre Dias perfekt bearbeiten und somit anschließend auch in Bildagenturen wie Zoonar zum Verkauf anbieten. Sicherlich eine Überlegung wert!
Einleitung
Bei den gestiegenen Ansprüchen für Bildmaterial heutzutage reicht es
meist nicht mehr aus, unbearbeitete Diascans einer Agentur anzubieten.
Trotz ICE (ein hardwareseitiger Algorithmus im Scanner zur
Rauschminderung) findet man je nach Ausgangsmaterial noch Bildrauschen,
Scanartefakte, Reste von Staub oder Härchen und Kratzer auf den
Diascans.
Während Photoshop ein mächtiges Werkzeug ist, um Scans zu retuschieren
und generell zu verbessern, reichen die Bordmittel von Photoshop nicht
wirklich aus, um bei der Rauschminderung befriedigende Resultate zu
erzielen. Drittanbieter bieten dort mächtigere und vor allem auch recht
einfach zu bediendende Plug-Ins an. Bekannte Anbieter sind u.a. Picture
Code (www.picturecode.com) mit Noise Ninja oder Neat Image
(www.neatimage.com). Für die Beispiele hier wurde Noise Ninja
verwendet.
1. Schritt: Retusche des Hintergrunds

Nachdem das Bild mit Photoshop geöffnet wurde, sollte man es zuerst bei
100% Zoom auf Artefakte, Kratzer und Staub untersuchen und die Stellen
entfernen. Photoshop bietet ab Version CS zum schnellen Entfernen
solcher Stellen den Bereichsreparaturpinsel an.
Bevor man mit der Reparatur loslegt erstellt man zuerst eine neue leere
Ebene über der Hintergrundebene. Eine neue Ebene ist erstmal nur eine
Kopie des Originalbildes.
Die Tastenkombination dafür ist STRG+SHIFT+N, wahlweise kann man auch
in der Ebenenpalette das Icon für eine neue Ebene drücken, es ist aber
ratsam, sich die Tastenkürzel zu merken, da sie deutlich Zeit sparen,
vor allem, wenn man sehr viele Bilder bearbeiten muß.
Der Grund für die neue Ebene ist, daß man die Reparaturarbeiten nicht
auf dem Originalbild ausführen sollte. Geht einmal etwas schief kann es
passieren, daß die ganze Arbeit umsonst war und man ggf. ganz von vorne
beginnen müßte. Wenn man auf einer separaten Ebene arbeitet, kann man
bequem bei Fehlern in der Retusche oder bei Nichtgefallen die
reparierten Stellen mit dem Radiergummi wieder wegradieren. Man ersetzt
die Änderungen dann dann wieder mit den Originaloixeln der
Hintergrundebene. Ehe man jetzt mit der Retusche beginnt, sollte man sich noch einmal
vergewissern, daß die neu erstellte leere Ebene auch ausgewählt bzw.
aktiv ist, falls nicht, kann man die neue Ebene durch einen Klick auf
das Minaturbild auswählen und danach in der Werkzeugleiste den
Bereichsreparaturpinsel auswählen.

Wichtig: in den Werkzeugoptionen muß die Option „alle Ebenen aufnehmen“
aktiviert sein. Das veranlaßt Photoshop bei der Reparatur alle
darunterliegenden Ebenen einzubeziehen. Dies ist insbesondere dann
wichtig, wenn mit mehr als zwei Ebenen gearbeitet wird, was gerade bei
der Bildbearbeitung häufig vorkommt. Die Originalpixel werden dabei
nicht verändert. Man sollte einen nicht zu kleinen und sehr weichen
Pinsel für die Reparaturarbeiten verwenden. In diesem Beispiel wurde
ein Pinseldurchmesser von 45 mit Härte 0 verwendet. Die Größe der
Pinselspitze wird je nach Bild und Störung variieren.
Zuerst nimmt man sich den Hintergrund vor und ignoriert das eigentliche
Motiv. Man klickt auf die verschiedenen Artefakte, Staubkörner und
Kratzer, bis diese verschwunden sind. Bei Kratzern muß man mehrmals
klicken, man kann mit dem Bereichsreparaturpinsel zwar auch bei
gedrückter Maustaste über das Bild ziehen, das sollte aber vermieden
werden. Es ist besser die Kratzer mit mehrfachen Klicks zu entfernen.
2. Schritt: Das Hauptmotiv bearbeiten

Nachdem der Hintergrund von allen Störungen beseitigt wurde bearbeitet
man das Hauptmotiv. Doch Vorsicht: der Bereichsreparaturpinsel ist nun
nicht mehr unbedingt das geeignete Werkzeug dafür. Es eignet sich am
besten für Bildbereiche, in denen keine starken Kontraste vorherrschen,
dort kann es seine Stärken ausspielen. Im Hauptmotiv findet man aber
sehr häufig Kontraste, also Übergänge zwischen hellen und dunklen
Bereichen, was dann passiert, wenn man mit dem Bereichsreparaturpinsel
arbeitet, sieht man in der nebenstehenden Abbildung. Der Fussel im
Wollknäuel wurde zwar entfernt, doch dafür hat man jetzt ein seltsam
aussehendes Wollknäuelartefakt im Hintergrund. Der
Bereichsreparaturpinsel analysiert das Bild und versucht den
auszubessernden Bereich mit umliegenden Pixeln zu füllen, das klappt
wunderbar bei kontrastarmen Bereichen, wie Hintergründen oder
unscharfen Bereichen mit weichen Übergängen, versagt aber bei
kontrastreichen Bildteilen wie hier.
Man muß also zum Stempel greifen und vorsichtig die Stelle wegstempeln.
Das erfordert etwas Geschick, es kommt vor allem darauf an, einen guten
Quellpunkt (Quellpunkte werden mit gedrückter ALT-Taste ausgewählt) zu
wählen. Auch beim Stempel sollte man nur einzelne Mausklicks anwenden
und nicht über Bildbereiche ziehen. Und wie schon beim
Bereichsreparaturpinsel muß die Option „alle Ebenen aufnehmen“
aktiviert sein. Wie man auf dem Bildausschnitt sieht liefert der
Stempel deutlich bessere Ergebnisse beim retuschieren des Fussels auf
dem Wollknäuel.
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