Suche nach dem perfekten Teleobjektiv
Alle möglichen Teleobjektive habe ich ausprobiert. Angefangen mit dem Canon EF 75-300 EF. Erfahrung gesammelt und dann zum äußerst guten Canon EF 70-200L gewechselt. Keines der Teleobjektive erfüllte aber meine Anforderungen - leider. Was jedesmal fehlte was ein Bildstabilisator, große Öffnung (viel Licht) und eine wirklich hohe Brennweite. Nur beides zusammen ist bei Canon nur für viel Geld zu bekommen.
Für den Amateur gibt es nur eine Wahl aus der Reihe der EOS Objektive: Canon EF 100-400 IS L. Zwar muss man ziemlich lange auf solch ein Monster sparen, aber es lohnt sich vollkommen. Für meinen Einsatzzweck gibt es kein besseres Teleobjektiv.
Schärfeleistung
Beeindruckende Schärfe! Man sieht sofort, dass man
ein hochwertiges Objektiv benutzt. Bei meinen Siemesstern Test hat sich
der objektive Eindruck in Zahlen gezeigt. Der Bildstabilisator sorgt
dafür, dass man im Grunde kein Stativ mehr benötigt! Das ist ein riesen
Vorteil, da ich nur ungerne das schwere Stativ überall hin schleppe.
IS
Der IS ist perfekt - da ich fast immer freihand
fotografiere ist
er Pflicht. Er funktioniert gut und schenkt dem Fotografen merkbar mehr
Licht. Ich komme bei kritischen, hektischen, dunklen Situationen nun
endlich gut klar.
Den IS in Mode 2 ist besonders geeignet für sog. Mitzieher. Es wird nur
in der vertikalen Achse korrigiert. Somit kann z.B. im Rennsport ein
optisch reizvoller Mitzieher Effekt erziehlt werden. Mode 2
funktioniert sehr gut - nur der Fotograf muss den Mitzieher auch
beherrschen, was nicht so einfach ist.
Schiebezoom
Der Schiebezomm ist, wenn man sich einmal dran
gewöhnt hat, eine starke Sache. Die Klemme wird gelöst und schon kann
die Brennweite durch einfaches Schieben oder Ziehen am Objektiv-Tubus
verstellt werden. Schnelligkeit ist Trumpf in vielen Situationen! Das
100-400 ist so aber auch eine ziemliche "Luftpumpe" - es saugt relativ
viel Luft ein und aus. Die Folge sind Staubkörner hinter der Linse.
Dies konstruktiv bedingt normal und stört nicht. Ein Staubkorn hinter
der Linse taucht nicht auf dem Chip auf, da es deutlich vor der
Brennebene liegt.
Stabilität
Die Kombination aus EOS 350D und EF 100-400 IS L ist
ausreichend stabil. Die EOS 350D besitzt zwar "nur" einen
Kunststoffbody aber die innneren Werte überzeugen mit einer
Metallstruktur. Deswegen kann das schwere EF 100-400 auf an einer
leichten EOS 350D nicht ausreißen! Ich trage die Kombination immer so,
dass ich sie an der Stativschelle des EF 100-400 Objektivs halte.
Dabei steht das Objektiv fast senkrecht - die Kamera liegt quasi oben
auf.
So kann dann definitiv nichts passieren.
Gewicht
Das "Kanonenrohr" EF 100-400 ist tatsächlich mit
seinen ca. 1,4kg nicht gerade leicht. Aber auch nach zwei Stunden im
Einsatz ist dieses Gewicht noch gerade in Ordnung. Die mitgelieferte
Stativschelle habe ich durchgehend am Objektiv befestigt. Sie ist sehr
hilfreich um das Teleobjektiv angenehm zu halten - auch im
Hochkantformat. Linke Hand an der Stativschelle, rechte
Hand an der EOS 350D - absolut praktikabel.
Verarbeitung
Verarbeitung ist "göttlich" - perfekt. Die L Serie
der EOS Objektive hat den Anspruch, besonders gut verarbeitet zu sein.
Ich kann das an Hand des EF 100-400 IS L Teleobjektivs absolut
bestätigen!
Fokusbereichtverstellung
Die Verstellung des Fokusbereichs ist sehr sinnvoll
- der AF hat somit eine geringere Entfernung zurückzulegen und ist
damit schneller. Man sollte daran denken, diese Funktion sinnvoll zu
nutzen.
Konverter - 800mm Brennweite?
Kenko 1,5 SHQ - Brennweite: 150-600mm
Absolut brauchbar - AF funktioniert immer - Die "Dranschrauben oder
nicht Dranschrauben"-Frage ist aber abhängig vom verfügbaren Licht -
Lichtverlust 1 Blende.
Kenko 2,0 Pro - Brennweite: 200-800mm
Nicht wirklich brauchbar - erkennbarer Quali Verlust - AF nur mit
abgeklebten Kontakten - dann aber nur bei viel Licht - Treffsicherheit
nicht gut!
eine große Luftpumpe ist, die gern mal ein Staubkorn ansaugt muss man
sich gewöhnen. Staub hinter der Linse ist ja auch unkritisch.
Konverter: ja oder nein?
Bei dem Teleobjektiv 100-400 IS L von Canon ist die
Frage nach einem Konvertereinsatz berechtigt. Ein Konverter macht
nichts weiter, als einen Ausschnitt aus dem Bild zu vergrößern. Dessen
Einsatz ist also nur dann sinnvoll, wenn das Objektiv noch
Leistungsreserven in Sachen Schärfe bietet! Der Einsatz eines
Konverters macht nur Sinn bei viel Licht und bei speziellen
Fotomotiven. Manchmal ist er die Rettung, meist ist er kontraproduktiv.
Konverter -Testaufnahmen
 
Die effektive Brennweite beträgt hier jedes Mal 400mm. Die Blenden sind F8, F6.3, F8 von links nach rechts. Sehr schön kann somit gezeigt werden, dass der Kenko 1,5 fach Konverter das Bild nicht merklich verschlechtert.
 
Hier wurde ganz simpel vorgegangen. Bild 1: 400mm Brennweite ohne Konverter, Bild 2: 600mm Brennweite mit Konverter 1,5x, Bild 3: 800mm Brennweite mit Konverter 2,0x. Fazit: Der 2fach Konverter am Canon 100-400 IS L macht leider überhaupt keinen Sinn!
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