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Einführung Makrofotografie Drucken
Montag, 17. September 2007

Makro Foto - Blaue BlumeDie beschränkte Wahrnehmung

Der Mensch sieht die Welt meist nur aus seinem beschränkten Blickwinkel. Das menschliche Auge kann nicht zoomen, nicht vergrößern, nicht verkleinern. Wie haben sozusagen eine eingebaute Festbrennweite.

Die visuelle Wahrnehmung überträgt sich natürlich auch auf unser Denken. So sind wir täglich in unserer Dimension gefangen. Wir verpassen viel von dem, was um uns herum ist. Wir übersehen es. Es existiert in der falschen Größendimension.

Die Makrofotografie ist ein perfektes Beispiel dafür. Wieso sonst sind gute Makroaufnahmen sehr reizvoll und begeistern so manchen Betrachter. Sie zeigen etwas, was wir so nicht sehen können.

Makrofotografie ist ein Bereich, der mit viel Liebe und Geduld betrieben werden muss. Es kommen viele zusätzliche, technische Herausforderung auf den Fotografen zu. Diese muss er beherrschen lernen.

Motive der Makrofotografie

Gewöhnlich sind Motive aus der Natur ideal für die Makrofotografie. Kleine Tiere wie Insekten oder  Details von Pflanzen bieten viele Möglichkeiten.  Man muss nicht lange suchen, bis ein Fotomotiv für die Makrofotografie gefunden ist. Wichtig ist es mit offenen Augen und mit einem Blick für das Detail zu suchen.

 

Technische Grundlagen - Abbildungmaßstab

Zuallererst kann die Makrofotografie nur mit passendem Equipment durchgeführt werden. Angefangen mit dem geeignetem Objektiv.

Auf jedem Objektiv ist Mindestdistanz angegeben.  Sie beschreibt den Abstand Objektiv – Motiv bei dem gerade noch scharf gestellt werden kann. Je geringer die Mindestdistanz ist, desto mehr kann das Motiv vergrößert werden.  Die Mindestdistanz kann mit sog. Distanzringen verringert werden.

Grundsätzlich wird die Fähigkeit eines Objektivs zur Makrofotografie mit dem Abbildungsmaßstab gemessen. Dieser beschreibt den Vergrößerungsfaktor des Objektivs im Verhältnis zur Sensorgröße. So bedeutet ein Abbildungsmaßstab von 1:1, dass ein Motiv in seiner tatsächlichen Größe auf dem Sensor eingefangen wird.

Zu bedenken ist aber ganz klar auch die sog. Fluchtdistanz zum Motiv. Muss ich, bedingt durch eine sehr geringe Mindestdistanz, zirka fünf Zentimeter nah an ein lebendes Motiv heran, flieht dies mit Sicherheit. So sollte man sich folgende technische Möglichkeiten für den eigenen Einsatzzweck überlegen.

Makro Foto - Rote Blume Alternative Makroobjektiv

Ab einem Abbildungsmaßstab von 1:2 wird von der Makrofotografie gesprochen. Es gibt für diesen Einsatzbereich spezielle Makroobjektive, die genau auf den Einsatzzweck optimiert wurden. So sind diese Objektive meist sehr lichtstark, bringen gleichzeitig eine sehr gute Offenblendleistung und haben eine sehr genaue Fokussierung. Das alles gibt nicht für kleines Geld. Die Makroobjektive sind teuer. Für den Einsteiger macht es somit wenig Sinn, direkt ein Makroobjektiv zu kaufen.

 

Alternative Distanzringe

Möchte man nicht direkt ein neues Objektiv für die Makrofotografie kaufen, sind Distanzringe eine günstige Alternative. Der Einsatz von Distanzringen verringert den Mindestabstand zum Motiv. Das Motiv kann deutlich größer abgebildet werden.

Distanzringe gibt es für alle Objektive. Sie werden einfach zwischen Objektiv und Kamera angebracht und sind somit unabhängig vom Filterdurchmesser an jedem Objektiv nutzbar.  Es gibt sie in unterschiedlichen Längen und sie können auch miteinander kombiniert werden.

Ein Nachteil von Distanzringen ist, dass sie Licht kosten. Aufnahmen müssen somit länger belichtet werden.


Alternative Nahlinse

Nahlinsen sind wie eine Brille für das Objektiv. Sie werden auf das Objektiv geschraubt und ermöglichen dann eine Verringerung des Mindestabstands Objektiv – Motiv.

Eine Nahlinse bietet sich für den motivierten Makroeinsteiger absolut an. Sie kostet kaum Licht, verringert die Abbildungsleistung (Schärfe) des Objektivs kaum und sind deutlich günstiger als ein Makroobjektiv.

Eine Nahlinse wird für einen speziellen Filterdurchmesser gekauft. So muss man sich schon vor dem Kauf entscheiden, auf welchem Objektiv die Nahlinse verwendet werden sollte. Idealerweise nutzt man eine Nahlinse mit einem Objektiv mit Tele-Brennweite (ab 100mm). So ist die Fluchtdistanz zum Objekt relativ groß. Insekten und andere Lebewesen werden durch ein zu nahes Herankommen nicht verscheucht.

Beim Kauf sollte man in keinem Falle an der Nahlinse sparen! Ich habe die Erfahrung selbst machen müssen. Eine billige Nahlinse ist nicht chromatisch korrigiert. Ihre Aufnahmen bekommen Farbsäume auf den Bildern, was schrecklich aussieht. So ist beim Kauf ganz besonders auf diesen Faktor zu achten.

Nahlinsen sind die meiner Meinung nach beste Alternative zum Einstieg in die Makrofotografie. Ein leistungsfähiges Objektiv, das sehr scharf abbildet, sollte aber vorhanden sein, um gute Ergebnisse zu erzielen.


Licht & Schärfe als Herausforderung

Die größte Herausforderung bei der Makrofotografie ist das Licht und die Schärfe. Was bringt eine Aufnahme von einem Insekt, wenn nur Teile davon scharf sind.

Die Tiefenschärfe bei Makroobjektiven oder Nahlinsen ist sehr gering. Es muss also massiv abgeblendet werden. Dabei geht eine Menge Licht verloren. Entweder man erhöht die Belichtungszeit oder man nutzt einen Blitz.

Grundsätzlich sollte man auch bedenken, dass der Autofokus bei der Makrofotografie nicht wirklich nutzbar ist. In der Praxis muss immer manuell scharf gestellt werden. Das ist, mit etwas Übung, aber schnell erlernt.  

Tipp: Auf das Motiv zentrieren und dann auf das zum Objektiv nahe gelegenste Detail fokussieren. Den restlichen Bereich (Tiefe) durch abblenden scharfstellen.

Tiefenschärfe total

Blende 48 und noch immer kein scharfes Bild? Dann hilft nur noch die Anfertigung von mehreren Aufnahmen mit unterschiedlicher Schärfeebene. Das Motiv wird quasi in Schärfeebenen zerstückelt. Diese können dann per Bildbearbeitung übereinander gelegt werden. Das Ergebnis ist ein Bild mit perfekter Schärfe in jeder Tiefe.

Makro Foto - KaktusStativ & Einstellschiene

Aufgrund der Tatsache, dass Licht ein knappes Gut bei der Makrofotografie ist, ist der Einsatz eines Stativs sehr zu empfehlen. Man sollte sich einen Gefallen tun und nicht irgendein billiges Stativ kaufen. Verstellbarkeit, Stabilität und Flexibilität sind das A und O. Auch in anderen Einsatzbereichen der Fotografie.

Ich nutze ein Dreibeinstativ von Manfrotto (190 Pro B) welches einen perfekten Dreiwegeneiger und einen Seitenarmausleger besitzt. So konnte ich bis jetzt jede noch so komplizierte Einstellung mit wenigen Handgriffen komfortabel und schnell einstellen.

Eine Einstellschiene dient dazu, den Abstand zum Motiv ganz fein einzustellen. Dies ist häufig nötig, da der Fokusbereich bei der Makrofotografie minimal ist. Jedes Mal das gesamte Stativ zu verrückten ist sehr zeitaufwändig und kostet Nerven.

Die Einstellschiene wird auf dem Stativkopf befestigt und dann die Kamera auf die Einstellschiene geschraubt.

Ich habe eine solche Schiene bis jetzt noch nicht in Verwendung und komme auch so ganz gut klar. Dennoch ist eine Einstellschiene sicherlich eine gute Arbeitserleichterung.



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makrofotografie  einführung  fotografie  digital 
Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 24. Juni 2008 )
 
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