Astrofotografie
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| Montag, 3. September 2007 | |
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Nachführung
Das wichtigste bei
der Astrofotografie ist eine sehr genaue Nachführung.
Aufgrund der Erddrehung scheinen die Sterne während
einer Nacht über den Himmel zu wandern. Sternbilder
gehen auf und wieder unter. Die Planeten bewegen sich
zudem auf eigenen Bahnen. Je höher man vergrößert desto
eindrucksvoller zeigt sich die Erddrehung. Schon bei der
Stativfotografie mit Vergrößerungen von maximal 6-fach
ist die Erddrehung nach ca. 5 Sekunden Belichtungszeit
ein massives Problem. Das LX200 vergrößert sinnvoll bis
500-fach! Hier rasen die Sterne dann durch Gesichtsfeld.
Somit muss die
Erddrehung motorisch auskorrigiert werden. Es gibt zwei
verschiedene Methoden.
Azimutale Ausrichtung
Bei dieser
Aufstellung des Teleskops (siehe oben) wird über die
Rektaszension (horizontale Achse) und die Deklination
(vertikale Achse) nachgeführt. Der Vorteil ist der
einfach, schnelle Aufbau. So kann nach meinen
Erfahrungen bis 4 Minuten belichtet werden, bis nicht
mehr korrekt nachgeführt wird. Für den Anfang ist dies
vollkommen ausreichend. Lichtschwache Galaxien und
andere Objekte benötigen aber deutlich längere
Belichtungszeiten.
Ungenau wird die
Nachführung nach den besagten 3 Minuten, da zum einen
eine Bildfeldrotation auftritt und zum anderen die
Nachführung über zwei Achsen Ungenauigkeiten mit sich
bringt. Die Bildfeldrotation resultiert aus der
fehlenden Ausrichtung auf den Himmelsnord um den sich
die Gestirne drehen (Erdrotation).
Korrigieren kann man
dies mit einem Bildfeldderotator oder mit eine
Polhöhenwiege. Ich werde in kurzer Zeit eine
Polhöhenwiege anschaffen, da der Bildfeldderotator
teuerer ist und die Baulänge des Teleskops weiter
verlängert.
Parallaktische Ausrichtung
Bei dieser für die
Astrofotografie optimalen Ausrichtung wird das Teleskop
auf einer Polhöhenwiege aufgebaut. Die Idee ist, das
Teleskop mit seiner zentralen Achse auf den wahren
Himmelspol auszurichten (liegt nicht genau im
Polarstern, sondern ca. 1° daneben!). Nun muss das
Teleskop nur noch über die Rektaszension (horizontale
Achse) nachgeführt werden. Eine Fehlerquelle weniger was
die ungenaue Nachführung angeht. Die verbleibende
Nachführachse, und das ist die Besonderheit des LX200,
in ihrer Qualität jetzt noch deutlich verbessert werden:
mit SMART Drive.
Smart Drive
Smart Drive ist eine
Technik, welche den Schneckenradfehler auskorrigiert.
Jede Nachführachse wird über ein ca. 170mm großes
Schneckenrad nachgeführt. Kein Schneckenrad ist
vollkommen fehlerfrei. Da die Nachführung extrem genau
sein sollte ermöglicht SMART Drive, den Fehler selbst
auszukorrigieren. Es wird ein Nachführstern angefahren
und durch ein beleuchtetes Fadenkreuzokular ca. 20
Minuten lang bei hoher Vergrößerung beobachtet. Der
Beobachter muss nun mit der Teleskopsteuerbox den Stern
immer genau in der Mitte halten. Während dieser Zeit
reißt der Stern mehrmals aus der Mitte aus. Eine
sofortige Korrektur muss vorgenommen werden. Nach der
Prozedur werden die Steuerbefehle des Bedieners
gespeichert und in Zukunft der Schneckenradfehler
automatisch korrigiert. Smart Drive kann durch
mehrmaliges Durchführen immer genauer gemacht werden.
Diese technische
Raffinesse ist nur im parallaktischen Modus möglich, da
hier keine Bildrotation auftritt.
Somit ist nun die
Langzeitbelichtung (ab drei Minuten bis Ende offen)
problemlos möglich, vorausgesetzt man hat alle anderen
Parameter (Zeit, Ort, Initialisierung) perfekt
eingestellt.
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| Letzte Aktualisierung ( Samstag, 24. November 2007 ) |