|
Seite 1 von 2

Deep Sky System
Die Canon
EOS 350D ist meine geliebte digitale
Spiegelreflexkamera, welche mir den Weg in die
Farbenpracht des Universums eröffnet. Sie ist ohne
großen Aufwand am LX200 verwendbar und kann sich
gegenüber der Pictor in ihrem Einsatzbereich absolut
profilieren.
Potential EOS 350D und LX200
Die EOS 350D
ist in der Lage besonders ausgedehnte Gasnebel und
Sternregionen in Farbe zu fotografieren. Zudem bringt
sie einige sehr nützlich Features mit, welche in der
Astrofotografie von großem Vorteil sind. Durch
eine komplexe Integration in das LX200 System ist sie
auch vom PC aus zu bedienen und bietet die extrem
praktische Funktion der automatischen Fokussierung in
Verbindung mit DSLR Focus 3.0 (siehe unten).
Die Kamera
wird mit einer externen Stromversorgung gespeist, da
Akkus gerade im Winter sehr schnell schlapp machen.
Canon EOS 350D Chip
Der Chip ist
fast 4mal so groß wie der Pictor 416XTE Chip - genau 3072 x 2048 Pixel.
Dadurch kann die 350D riesige Himmelsbereiche abbilden
und das gewünschte Objekt befindet sich nach der
Positionierung durch das LX200 immer im Gesichtsfeld.
Die interessanteste Eigenschaft ist natürlich die
Farbwiedergabe. Endlich können die Farbenwelten der
Gasnebel und vieler anderer Objekte eingefangen werden.
Der Chip ist durch die fehlende Kühlung aber bei weitem
nicht so lichtempfindlich wie der der Pictor 416XTE.
Somit muss deutlich länger belichtet werden - 3 Minuten
bis zu einem guten Bild wie bei der Pictor reichen nun
nicht mehr. Somit ist auch nur noch eine parallaktische
Aufstellung des Teleskops sinnvoll um dann
Langzeitbelichtung durchzuführen. Durch die
viel kleineren Pixel der EOS Kamera (im Vergleich zur
Pictor) kann aufgrund der Sampling Regeln (siehe unten:
Thema Vergrößerung) deutlich höher vergrößert werden als
mit der Pictor Kamera. Die EOS hat 7,4 Mikrometer , die
Pictor 9 Mikrometer kleine Pixel.
 Canon EOS 350D ohne Objektiv von vorn mit Blick auf den Spiegel
Spezielle EOS 350D Funktionen
Die EOS
Kamera 350D bietet im Gegensatz zum Vorgängermodell 300D
einige sehr nützliche neue Features. So ist es zum
Beispiel möglich Darkframes zu erstellen und von den
Rohbildern in der Kamera abzuziehen! Dies geschieht
vollautomatisch. Es ist zudem auch immens wichtig, da
das Ausleserauschen schon nach ca. 8 Minuten intensivst
auf der rechten Bildseite zu sehen ist und das gesamte
Bild zerstört. Zudem werden die nervigen Hotpixel
eleminiert. Dies funktioniert absolut tadellos.
Dazu kommt
die genauso wichtige Funktion der Spiegelvorauslösung.
Das Hochklappen des Spiegels vor dem Auslösen überträgt
so starke Vibrationen auf das Teleskop, dass das Bild
unbrauchbar wird. Die Vorauslösefunktion bewirkt, dass
der Spiegel hochklappt, die Aufnahme aber erst gestartet
wird, wenn das Teleskop sich ausgeschwungen hat. Die
Spiegelvorauslösung-Funktion kann sogar auch von DSLR
Focus gesteuert werden. Dies macht die Bedienung
im Gesamtsystem noch einfacher.
Vollautomatische Fokkusierung EOS 350D am LX200
Die
EOS 350D kann grundsätzlich genauso wie die Pictor
Kamera fokussiert werden. Der Nachteil ist dabei, dass
das Bild nur auf dem kleinen Kameramonitor angezeigt
wird. Dieser ist meist schwer zugänglich und ermöglich
nur sehr umständlich und zeitraubend die Kontrolle des
Fokus. Da für eine Fokussuche ca. 20 Aufnahmen nötig
sind ist diese Methode nicht länger praktikabel für mich
gewesen. Somit habe ich vor kurzem das DSLR Focus 3.0
System aufgebaut. Die gleichnamige Software ermöglich
ein automatisches Fokussieren anhand der von normalen
Kameras bekannten Fokussier-Technologie. Dafür muss die
Software auf einem PC installiert werden und die Kamera
mit einem langen USB Kabel (bei mir USB 2.0 10 Meter mit
Repeater) sowie einem seriellen Steuerkabel (ebenso 10
Meter) verbunden werden. Vorraussetzung ist zudem ein
Fokussiermotor für das LX200.
 Canon EOS 350D Bajonettanschluss mit Blick auf den Spiegel und Fokussierscheibe Das
gewünschte Objekt wird angefahren und die
Belichtungszeit eingestellt. Bei dieser Technik können
auch lichtschwächere Objekte direkt fokussiert werden.
Nach der Auswahl des Objekts mittels eines Klicks, legt
die Software einen 60x60 Pixel großen Rahmen um das
Aufnahmeziel. Nun werden eine Reihe von Aufnahmen
automatisch erstellt und der Fokussiermotor dabei vom
Programm in definierten Schritten bewegt. Das Programm
fährt so einmal über den Fokus und wählt dann die
schärfste Aufnahme aus. Nun wird der Fokussiermotor
genau an diese Stelle gestellt. Fertig! Dies klappt nach
anfänglichen Tests schon ganz gut
aber
das gewählte Objekt verschwindet aufgrund des kleinen
Rahmens schnell aus dem "Gesichtsfeld" der Software.
Dies liegt an der fehlenden parallaktischen Ausrichtung!
Deswegen muss nun eine Polhöhenwiege angeschafft werden
- welche bei der Astrofotografie sowieso Pflicht sein
sollte.
|